Die Jüngeren wissen es nicht mehr. In Bayern gab es früher Drachen. Diese Monster waren eine furchtbare Plage. Doch man wusste sich zu helfen. Dieses Gedicht beschreibt wie man in Regensburg, mit der richtigen Technik, dieses fürchterliche Untier ausrottete.
Der Drachentöter
In Bayern gab es einst den Drachen,
der stank und hat´ nen großen Rachen,
er brüllte dass die Erde bebte,
das Mistvieh nur von Jungfrau´n lebte.
Und so ein Drache glaubt es doch -
Der frißt ´ne Jungfrau jede Woch´.
Und leider gab´s an jedem Orte,
ein Untier von der selben Sorte.
Und jeden Samstag ganz genau,
da fraß das Vieh – fraß eine Frau.
Doch leider fraß er nie die Alten,
die blieben jedem Ort erhalten.
Am Samstag kam er in den Ort
Und schleppte eine Jungfrau fort.
Man schwor zwar immer wieder Rache,
doch war er halt zu stark – der Drache
Und keiner zwang den Drachen nieder -
Am nächsten Samstag – … kam er wieder.
Da war jedoch ein schlauer Bua,
“Ich schau der Schand nicht länger zua”
sagt´ er. “Man muss hier schon um aller Willen,
das Mistvieh von ´nen Drachen killen.”
Und wie man´s macht – wusst er genau,
der junge Bursch´ – .. der war halt schlau.
Er wusste dass es üblich ist,
der Drache nur ne Jungfrau frisst.
So stellte er – um es zu testen,
ein Mädchen dann ans Tor – … im Westen -
… die wie er selber ausprobiert,
man nicht mehr unter Jungfrau führt.
Der Drache sah die schöne Maid,
und hat sich schon auf´s Fressen g´freit.
Doch als er an dem Mädchen roch -
zog er entsetzt die Lefzen hoch.
Er zittert und traut sich nicht dran,
weil er nur Jungfrau´n fressen kann.
Das sieht der Bua und jetzt er weiss:
Der Hunger ist zwar groß und heiss -
doch um das Untier satt zu machen,
braucht der ne Jungfrau drinn im Rachen -
Er braucht der Jungfraau Blut so rot,
sonst stirbt er hungers und ist tot.
So sagt er zu der jungen Maid:
“Hör´ zu mein Kind – und sei gescheit.
Wenn du nun keine Jungfrau bist,
der Drache dich dann auch nicht frisst.
Du weist ich bin ein starker Mann -
ich glaub dass ich dich retten kann.
“Ich fürchte mich vor diesen Drachen,
der stinkt so grausam aus dem Rachen.”
Sagt sie zu ihm: “Ich würde wetten,
du bist so stark – und kannst mich retten.
–.. und schmiegt sich an den Burschen an -
der fing sofort zum retten an.
“Du wirst es seh´n – bestimmt ist´s war -
Für dich ist Schluss jetzt die Gefahr.
Du kannst dem Vieh ins Auge seh´n -
… doch wollen wir ganz sicher geh´n.
Ich rette dich noch einmal – … wieder
So sagte er – …und sie sank nieder.
Und uns´re Mädchen sind nicht dumm,
so sprach sich diese Rettung rum -
Die Mädchen sagten: ” Lieber Bua:
“Ich möcht vom Drachen hab´n mei Ruah
Du kannst mich retten – lieber Mann
Er zeigte ihr – dass er es kann.
Ein guter Mensch tut jeden Tag -
was Gutes – … weil er es so mag
Und weil die ganze Stadt war gut,
man immer gute Taten tut.
So ging es auf in allen Betten,
man wollte alle Mädchen retten.
Und wieder war ein Samstag da.
Es brüllt der Drache – er ist nah
Ihr wisst – ihr habt es nicht vergessen -
Am Samstag ist das große Fressen.
Doch für die Drachen ist´s zu spät -
… weil nirgends eine Jungfrau steht.
Die Drachen litten große Not
Und starben weg – den Hungertod.
Und darum sind sie ausgestorben -
vorbei sind diese großen Sorgen
Und ihre Höhlen sind jetzt leer -
Es gibt halt keine Jungfrau´n mehr.
Doch unsr´e Mädchen – die sind schlau.
Sie wissen alle ganz genau -
Das Untier gibt es heut´ nicht mehr -
Doch sind auch alle Höhlen leer ???
… Der Drache könnte wiederkehren.
Man muss sich schützen – … ganz in Ehren.
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