In Regensburg da steht ein Haus,
das schaut ein bisschen anders aus.
Es ist halt viel zu bunt gestrichen,
d´rum hat man seine Front verglichen
und festgesellt, dass darf nicht sein
das passt in uns´re Stadt nicht rein.
Die Stadt, die wünscht, ihr wisst es schon
Die Häuserfront im Einheitston
Das ist Gesetz – ja – ganz genau
Ein wenig braun, ein bisschen grau,
ein helles blau und sehr viel weiß,
nicht auffällig, im Ton ganz leis´
Und sollte einer zu viel wagen,
dann hört er von der Stadt schon sagen:
Das passt in uns´re Stadt nicht rein,
das ist verboten, lass es sein.
Was Kunst ist, das bestimmt die Stadt,
weil diese einen Fachmann hat.
Und dieser Mann, der sieht ganz schnell,
das Haus da ist ja viel zu grell.
Auch wenn ´s den Bürgern sehr gefällt
doch deren Meinung hier nicht zählt,
weil ruhig ist nur anzuschau´n,
ein Haus gestrichen weiß und braun.
Vielleicht in ocker und noch rot,
das ist ganz scharf am Farbverbot.
Doch will man Ruhe und ist schlau,
macht man sein Haus halt weiß und grau,
oder auch wie jeder weiß,
gestattet ist´s auch ganz in weiß.
Am besten ist man fragt die Stadt;
die immer einen Vorschlag hat,
und streicht das Haus wie sie es will,
und hält den Mund und ist ganz still,
auf dass das Amt zufrieden sei.
Do konnst sched sog´n – oh mei, oh mei.
(Übersetzung letzte Zeile: Da kann man halt nichts machen)
Artikel kommentieren »